Echt statt perfekt.
Weil das Leben keine perfekten Geschichten schreibt.
Sandra Werner · Freie Rednerin
Bevor ich deine Geschichte erzähle …
… erzähle ich dir kurz meine.
Ich finde, bevor du mir einen der wichtigsten Momente deines Lebens anvertraust, solltest du wissen, wer hier eigentlich schreibt.
Ich bin Sandra. Und wahrscheinlich nicht ganz die klassische freie Rednerin.
Wie alles begann
Ich habe noch nie etwas gemacht, weil man das eben so macht.
Vielleicht bin ich deshalb mit sechzehn zur Polizei gegangen. Und vielleicht habe ich sie nach fast dreißig Jahren auch wieder verlassen. Nicht, weil der Beruf schlecht war. Sondern weil ich irgendwann gemerkt habe, dass ich nicht mehr ins System gepasst habe. Und wenn ich merke, dass etwas nicht mehr zu mir passt, dann ziehe ich Konsequenzen.
Über dreißig Jahre war ich Polizistin, aus Leidenschaft. Immer nah am Menschen, an seinen schönsten und an seinen schwersten Tagen.
Ich habe dort gelernt, wie nah Glück und Schmerz beieinander liegen. Und dass Worte eine unglaubliche Kraft haben. Manchmal hatte ich nur eine einzige Chance, das Richtige zu sagen.
Mein zweites Zuhause
Seit zwölf Jahren gehört mir noch eine zweite Welt. Gemeinsam mit meinem Mann führe ich einen Verein in der Tischtennis-Bundesliga. Hier treffen Spieler aus aller Welt, treue Fans und ehrenamtliche Helfer aufeinander, so verschieden sie nur sein können.
Sie alle unter einem Dach zusammenzuhalten und für eine Sache brennen zu lassen, das ist meine Welt. Hier lebe ich das Laute, das Gemeinsame, die pure Freude.
Ja, Bundesliga klingt nach Sport. Für mich geht es dort aber genauso um Menschen. Um Verantwortung. Um Entscheidungen. Und manchmal auch darum, in turbulenten Momenten ruhig zu bleiben.
Eigentlich gar nicht so anders als bei einer freien Zeremonie.
Warum ich heute Rednerin bin
Irgendwann war ich nicht mehr die, die ich mit sechzehn war. Ich glaube, ich war noch nie besonders gut darin, Dinge zu tun, nur weil man sie eben so macht. Das hat mich durch mein ganzes Leben begleitet. Und irgendwann eben auch zu der Entscheidung geführt, die Polizei zu verlassen.
Heute weiß ich: Es war genau richtig.
Den Ausschlag gab ein Abschied. Wir verloren einen Freund, viel zu früh, und seine Trauerfeier fühlte sich fremd an. Das war nicht er. An diesem Tag wusste ich, was ich tun wollte.
Je tiefer ich in die Ausbildung ging, desto klarer wurde mir etwas: Vieles, was diesen Weg ausmacht, bin ich längst. Zuhören, den Raum halten, der Anker sein. Das musste ich nicht lernen. Das war schon immer da.
Was ich vom Leben weiß
Das Leben hält sich erstaunlich selten an unsere Pläne. Glück und Schmerz wohnen oft am selben Tag, das habe ich früh gesehen.
In über dreißig Jahren bei der Polizei habe ich unzählige Todesnachrichten überbracht. Ich stand in fremden Wohnzimmern, wenn eine Welt gerade zusammenbrach.
Und fast immer fiel derselbe Satz: „Wir wollten doch noch …“
Wir wollten doch noch verreisen. Uns doch noch versöhnen. Es doch noch sagen.
Das hat mich geprägt. Am Ende zählt nicht Haus, nicht Besitz, nicht das, was einer erreicht hat. Es zählt die Zeit, die wir miteinander hatten. Und das Verrückte ist: Im Alltag vergesse ich das selbst viel zu oft. Vielleicht feiere ich gerade deshalb so gern.
Eines aber weiß ich ganz sicher. Echt schlägt perfekt. Immer. Das hat mir kein Seminar beigebracht, sondern das Leben.
Die, die immer bleiben
Meine Familie ist mein fester Grund. Mein Mann, mit dem ich seit fast dreißig Jahren durchs Leben gehe. Zwei erwachsene Kinder, mein ganzes Herz. Und vier Generationen Frauen, meine Oma, meine Mama, meine Tochter und ich, die Männer an dieser Stelle mal ausgeklammert.
Und dann ist da Max. Der Hund, der unser Zuhause ziemlich zuverlässig auf den Kopf stellt. Und der mich jeden Tag daran erinnert, dass Liebe oft erstaunlich unkompliziert sein kann.
Und sonst so?
Ich glaube, wir passen gut zusammen, wenn …
Denn ich werde dir auch ehrlich sagen, wenn ich glaube, dass ich nicht die richtige Rednerin für dich bin. Und wenn, dann ist das für beide Seiten die richtige Entscheidung.
Und jetzt bist du dran.
Jetzt weißt du eine ganze Menge über mich. Beim nächsten Gespräch geht es nur noch um dich. Um deine Geschichte. Deinen Menschen. Oder den Moment, der dich gerade beschäftigt.
Du musst nichts vorbereiten. Du musst auch nicht die richtigen Worte finden.
Erzähl einfach mal.
Den Rest finden wir gemeinsam.